Sanierungsstau bei Bayerns Bädern wird immer schlimmer

15. August 2018

SPD-Anfrage zeigt: Sanierungskosten der Hallen- und Freibäder im Freistaat belaufen sich mittlerweile auf über eine Milliarde Euro

Bayerns Städte und Gemeinden schätzen die voraussichtlichen Sanierungskosten ihrer Hallen- und Freibäder auf über eine Milliarde Euro. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt hervor. Nach aktuellem Stand sind 447 Bäder sanierungsbedürftig, wobei 53 davon aufgrund massiver Mängel die Schließung droht. Landtagsvizepräsidentin Inge Aures zeigt sich angesichts der prognostizierten Sanierungskosten schockiert. „Es war klar, dass es schlimm ist, dass wir aber von einer Milliarde Euro sprechen, das ist nicht nur katastrophal, sondern ein Skandal.“

In Aures‘ Landtagsstimmkreis Wunsiedel, Kulmbach sind folgende Bäder betroffen: Dringend sanierungsbedürftig sind das Walschwimmbad Kirchenlamitz (300.000 Euro voraussichtliche Sanierungskosten), das Hallenbad Kirchenlamitz, das Schwimmbad Marktredwitz, das Schwimmbad Schönwald (3,5 Millionen Euro voraussichtliche Sanierungskosten), das Hallenbad Selb Rosenthal-Park (450.000 Euro), das Waldbad Langer Teich Selb, das Schwimmbad in Gefrees (1,7 Millionen Euro), den Naturbadeweiher in Rugendorf, das Schwimmbad Stadtsteinach und das Schwimmbad in Wirsberg.

Gar die Schließung droht dem Schwimmbad Weißenstadt (2 Millionen Euro), dem Schwimmbad Bischofsgrün (2,5 Millionen Euro) sowie dem Himmelkroner Schwimmbad.

Die CSU-Staatsregierung wisse seit mehr als einem halben Jahr, wie schlimm die Lage ist. Im Januar habe sie bereits bei den Kommunen eine entsprechende Erhebung angestrengt. „Obwohl die Zahlen auf dem Tisch liegen, lässt sie zwei Nachtragshaushalte verstreichen, ohne auch nur einen einzigen Cent für Bayerns Bäder bereitzustellen“, schimpft Aures. „Die CSU hat unseren Antrag zum ersten Nachtragshaushalt zur Förderung von Schwimmbädern abgelehnt. Vielmehr noch: Der Finanzminister hat uns wegen eines geforderten 25 Millionen Euro schweren Härtefonds unseriöse Finanzpolitik vorgeworfen, wohl wissend, dass der Sanierungsstau sich auf eine Milliarde Euro beläuft!“

Inge Aures: „Die CSU will das Thema unter den Teppich kehren, aber wir lassen ihr das nicht durchgehen. Angesichts der Tatsache, dass sich die prognostizierten Sanierungskosten für die akut von der Schließung bedrohten Bäder auf über 150 Millionen Euro belaufen, brauchen wir ein Sofortprogramm. Wir haben genug Geld für ein Luftfahrtprogramm und gleichzeitig gehen unsere Bäder baden. Das ist lächerlich!“

Freibäder in Bayern